Aktuell im Raum8

DUO HOFMANINGER/SCHWARZ

 

21. Juni

Raum8

 

Gebläse trifft auf Geschläge

Ein Wechselspiel zwischen Klangmalerei, Komposition

und freier Improvisation

 

Lisa Hofmaninger, Gebläse – Sopransaxophon, Bassklarinette

Judith Schwarz, Geschläge – Erweitertes Schlagzeug

 

Die beiden Künstlerinnen Lisa Hofmaninger und Judith Schwarz, die seit einigen Jahren sehr erfolgreich zusammenarbeiten, widmen sich der Urform des Zusammenklingens aus dem Osten. Ähnlich wie bei den im gesamten orientalischen Raum verbreiteten traditionellen Davul-Zurna-Ensembles treffen „Gebläse“ und „Geschläge“ aufeinander: Vor dem Hintergrund einer Architektur der fernen östlichen Vergangenheit finden sich Sopransaxophon und Schlagzeug, Bassklarinette und Schlitztrommel im zeitgenössischen Dialog und der außergewöhnlichen Interpretation der beiden Musikerinnen. Ausgangsmaterialien für das Zusammenklingen der Musikerinnen sind Eigenkompositionen, Stimmungsbilder und Geschichten, die jedoch immer mit der Akustik und Atmosphäre der Location abgestimmt werden. Die Klangverliebtheit und kindliche Experimentierfreude mit den Instrumenten bilden die Essenz dieses Ensembles, die den/die ZuhörerIn schlussendlich in den Bann ziehen soll.

 

www.hofmaninger-schwarz.com

 

Foto: Hans Klestorfer

 

Geschläge mit Gebläse ist eine der ältesten Duobesetzungen der Musik- & Menschheitsgeschichte. Und doch produzieren Judith Schwarz & Lisa Hofmaninger ungemein junge, nie gehörte Klänge, Sounds & Kontrapunkte. Weit entfernt von dem alles & jeden mit allem & jedem kombinierenden Kommerzbetrieb der sogenannten Weltmusik unserer Gegenwart. „... machen wir gebrauch von all unseren Kenntnissen und lebendigen Erinnerungen in Bezug auf freie Deklamation, parlando-rubato der Volksmusik, gregorianische Musik, und

machen wir uns all das zu nutze, was die improvisatorische Musikpraxis jemals hervorgebracht hat.“

GYÖRGY KURTÀG (*1926 in Lugoj, im heutigen Rumänien)

 

Judith Schwarz & Lisa Hofmaninger nutzen & benutzen in & für ihre Musik vieles: um dann mit einer ihnen ureigenen wie unverwechselbaren Klangsprache spannendes Neuland zu betreten. Beide Damen sind VirtuosInnen. Beherrschen in stupender Manier ihr Metier. Doch um mehr zu sein als eine Virtuosin muss mal erst eine sein. Beide Damen sind unaufhaltsam Suchende. Und das ist wohl das entscheidende in ihrer Musik, in ihrem Lebensbild: es konzentriert sich nicht (nur) auf das Finden, auf Gefundenes. Und folglich ist bei Ihnen alles in Bewegung, stets in Veränderung begriffen. Und somit bleibt das junge Duo Hofmaninger/Schwarz ein wundervolles Enigma: was als nächstes passiert, wie als nächstes was warum angestrebt wird, wohin die Reise gehen wird: Niemand weiß es. Und solch ein Musik- & Lebensbild ist nur zu preisen, zu empfehlen. In einer Zeit der unwagemutigen Entscheidungen, der unlauteren Ab- und Versicherungen, der ungehemmten Gier bei kaum vorhandener Neugier: auf das Eigene & das Fremde, auf Nähe & Ferne.“

(Renald Deppe)

 

 

 

"ich sehe was, was du nicht siehst"

 

Oliver Marceta - Ausstellung

22 Mai - 04 Juni

 

Vernissage: 22 Mai |19 Uhr

 

 

Malerei, Objekte und Zeichnungen mit offenem Visier

 

Wir haben den Künstler in seiner Einsiedelei besucht und eine Ausstellung zusammengestellt, welche seine Schaffenskraft über die Jahre zusammenfasst. Entstanden ist eine Erzählung, die aus der Kindheit in die Erwachsenenwelt führt und daher nicht ganz jugendfrei ist. Sexualität trifft auf Vogelhäuser, alte Waschtröge werden zum Retro-Tonstudio, Bilder treffen auf Sätze und werden so zum ironischen Komplott. Er begeht absichtlich Fehler und steigt sprichwörtlich mit dem zweiten Fuß auch noch in die Mausefalle. Marceta wechselt Stile wie die Unterhosen und spielt mit der Nacktheit Katz und Maus.

 

Seit seinem Studium an der Universität für Angewandte Kunst lebt Marceta in Wien und sporadisch auf einem kleinen Gehöft mit Atelier in Murska Sobota nahe der österreichischen Grenze. Seine figurativen Zeichnungen, sind von einer ganz eigenen Einprägsamkeit, obwohl sie stilistisch und kompositorisch ganz unterschiedlich sind und man manchmal schon versucht ist sich zu fragen, ob vielleicht doch mehrere Künstler am Werk sind. Was Marcetas grafische Arbeiten ganz offensichtlich gemeinsam haben, ist die Verweigerung jeglicher Konvention, eine genüsslich obsessive Unbeschwertheit und Frivolität und einen nicht zu übersehenden expressiv virtuosen Umgang mit Stift und Pinsel. In stilistischer Vielfalt zeigt Marceta nicht nur schlichte Nacktheit, sondern auch pralle Erotik und den Liebesakt in allen Varianten, von der Ektase bis zur hin postkoitalen Zigarette. Sein Frauenbild ist jung, sinnlich und schamlos und das darf so sein, obwohl die eine oder andere Darstellung für so manch eine(n) die Grenze zu Pornografie und Obszönität streifen könnte. Seine Malerei und bis zu einem gewissen Grad auch sein skulpturales Werk basieren auf einem großen Zeichentalent, das es ihm ermöglicht, mit präzisen Strichen viele unterschiedliche Themen und Motive spontan und expressiv auf das Papier zu bringen. Und das ganz ohne Furcht und Scham und immer mit Virtuosität und großer Lust am Erzählen. (Text: Ulli Sturm)