Aktuell im Raum8

 

 

 

"ich sehe was, was du nicht siehst"

 

Oliver Marceta - Ausstellung

22 Mai - 04 Juni

 

Vernissage: 22 Mai |19 Uhr

 

 

Malerei, Objekte und Zeichnungen mit offenem Visier

 

Wir haben den Künstler in seiner Einsiedelei besucht und eine Ausstellung zusammengestellt, welche seine Schaffenskraft über die Jahre zusammenfasst. Entstanden ist eine Erzählung, die aus der Kindheit in die Erwachsenenwelt führt und daher nicht ganz jugendfrei ist. Sexualität trifft auf Vogelhäuser, alte Waschtröge werden zum Retro-Tonstudio, Bilder treffen auf Sätze und werden so zum ironischen Komplott. Er begeht absichtlich Fehler und steigt sprichwörtlich mit dem zweiten Fuß auch noch in die Mausefalle. Marceta wechselt Stile wie die Unterhosen und spielt mit der Nacktheit Katz und Maus.

 

Seit seinem Studium an der Universität für Angewandte Kunst lebt Marceta in Wien und sporadisch auf einem kleinen Gehöft mit Atelier in Murska Sobota nahe der österreichischen Grenze. Seine figurativen Zeichnungen, sind von einer ganz eigenen Einprägsamkeit, obwohl sie stilistisch und kompositorisch ganz unterschiedlich sind und man manchmal schon versucht ist sich zu fragen, ob vielleicht doch mehrere Künstler am Werk sind. Was Marcetas grafische Arbeiten ganz offensichtlich gemeinsam haben, ist die Verweigerung jeglicher Konvention, eine genüsslich obsessive Unbeschwertheit und Frivolität und einen nicht zu übersehenden expressiv virtuosen Umgang mit Stift und Pinsel. In stilistischer Vielfalt zeigt Marceta nicht nur schlichte Nacktheit, sondern auch pralle Erotik und den Liebesakt in allen Varianten, von der Ektase bis zur hin postkoitalen Zigarette. Sein Frauenbild ist jung, sinnlich und schamlos und das darf so sein, obwohl die eine oder andere Darstellung für so manch eine(n) die Grenze zu Pornografie und Obszönität streifen könnte. Seine Malerei und bis zu einem gewissen Grad auch sein skulpturales Werk basieren auf einem großen Zeichentalent, das es ihm ermöglicht, mit präzisen Strichen viele unterschiedliche Themen und Motive spontan und expressiv auf das Papier zu bringen. Und das ganz ohne Furcht und Scham und immer mit Virtuosität und großer Lust am Erzählen. (Text: Ulli Sturm)